Tipps für die Preisdifferenzierung

Der Preis hat nichts mit den Kosten zu tun. Der maximal erzielbare Preis hängt immer von der aktuellen Situation des Kunden (großer Bedarf, geringer Bedarf) und dem Marktumfeld (Überkapazitäten, Konkurrenzangebote) ab. Grundsätzlich sollten Sie immer den Preis nehmen, den der Markt gerade noch toleriert.

In manchen Fällen (z.B. bei komplexen Projekten) lohnt es sich, Preise individuell zu verhandeln. Der Anbieter sollte dabei den Leistungsumfang in jedem Angebot anders darstellen, um Preisvergleiche zwischen seinen Kunden zu erschweren. Daneben lassen sich sechs unterschiedliche Arten der Preisdifferenzierung unterscheiden:

1. Zeitliche Differenzierung

Die Dringlichkeit eines Bedarfs übt einen deutlichen Einfluss auf den Preis aus:

    1. Begrenzen Sie das Angebot auf einen engen Zeitraum mit einem festen Ablaufdatum. Erhöhen Sie so die Dringlichkeit.
    2. Sorgen Sie dafür, dass sich alle in Ihrem Unternehmen an diese Begrenzung halten, Sie werden sonst unglaubwürdig.
    3. Angebotsbegründungen (z.B. Messerabatt, Räumungsverkauf usw.) verstärken die Einmaligkeit und erklären die plötzliche Preissenkung.
    4. Wenn Sie keine Neukunden gewinnen und kein Wettbewerbsdruck besteht, verschenken Sie bares Geld.

Wichtig: Unbegründete Preisnachlässe sind wie eine Droge. Schon ein Versuch kann Ihre Kunden süchtig machen.

2. Differenzierung nach Absatzgebieten

Prüfen Sie, wie Sie Ihre Preise nach Absatzgebieten differenzieren können. Das gilt nicht nur für Exporte, sondern auch für das Inland:

3. Differenzierung nach Absatzkanälen

Die folgenden Möglichkeiten sind sehr einfach durchzuführen und für den Kunden leicht nachvollziehbar:

4. Differenzierung nach Abnahmevolumen

Der Mengenrabatt ist wohl die häufigste Art der Preisdifferenzierung. Beachten Sie hierbei:

5. Differenzierung nach Leistungsumfang

Jede Veränderung des angebotenen Leistungsumfangs führt zu einer differenzierten Wahrnehmung des Produkts und kann damit zur Preisdifferenzierung eingesetzt werden:

6. Differenzierung nach Kundengruppen

Differenzieren Sie ihre Preise nach der Kaufkraft der Kunden:

Beachten Sie bei allen Vorschlägen, dass es nicht darauf ankommt, ob Ihr Unternehmen wirklich einen Kostenvorteil hat, wenn Sie ihn dem Kunden gegenüber als Begründung für einen Sonderpreis darstellen. Entscheidend ist, dass Sie solche Ersparnisse oder Vorteile glaubwürdig vermitteln können. Und dass es klare Regeln gibt, wann diese Preise zum Tragen kommen. Nur so stellen Sie sicher, dass Preisnachlässe nicht auf andere Geschäftssituationen übertragen werden. Und rechnen Sie vor der Einführung variabler Preismodelle Ihr Steigerungspotenzial durch. Es gilt, einen Mehrumsatz zu erzielen und nicht, die bestehenden Umsätze zu kannibalisieren.

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