
Mit Beginn der Selbstständigkeit sind Sie aus allen bisherigen Netzen der Sozialversicherung, die Sie als Angestellter, Arbeiter oder Arbeitslosengeldempfänger genutzt haben, raus! Für Ihre Absicherung sind Sie nun selbst verantwortlich, und es lohnt sich, sich damit gründlich auseinanderzusetzen.
Niemand kann Ihnen sagen, ob Unternehmensgründer eine Rente bekommen, von der Höhe der gesetzlichen Rente nicht zu reden. Trotzdem sollten Sie Ihre Absicherung im Krankheitsfall und Ihre Altersvorsorge gründlich planen.
Hierunter fallen alle Versicherungen, die Existenz bedrohende Risiken abdecken, also Krankheit oder dauerhafter Verlust der Arbeitskraft durch einen Unfall.
Krankenversicherung
Die Krankenversicherung ist ein unverzichtbarer Schutz. Generell gilt: Die Versicherungsleistungen müssen alle wichtigen Lebenshaltungskosten decken. Das betrifft vor allem die ersten 6 Krankheitswochen, in denen der Selbstständige kein Geld mehr verdient.
Darüber hinaus steht die Entscheidung an: freiwillige Versicherung in der gesetzlichen oder eine private Krankenversicherung? Die Entscheidung ist abhängig davon, ob Sie Kinder oder Ehepartner mit versichern möchten, verdient der Ehepartner viel oder wenig. Die sich ändernde Beitragsentwicklung der privaten Kassen mit zunehmendem Alter, Risiken.
Alterssicherung
Die Versicherungsbeiträge, die Sie als Angestellter oder Arbeiter bis zum Beginn Ihrer Selbstständigkeit eingezahlt haben, bleiben selbstverständlich erhalten. Pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung sind Ich-AG-Gründer und Handwerker in den ersten Jahren der Selbstständigkeit. Andere Berufsgruppen können sich wahlweise in der gesetzlichen Versicherung oder privat versichern. Wichtig ist, da die gesetzliche Versicherung nur eine Grundversorgung ist, sich um zusätzliche Altersversorgung zu kümmern.
Erwerbsunfähigkeits- oder Berufsunfähigkeits-Versicherung
Im Unterschied zur privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung zahlt die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nur für den Fall, dass der Versicherungsnehmer überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen kann – unabhängig von seiner Qualifikation und seinem zuletzt ausgeübten Beruf. Daher sollten Sie unbedingt eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung abschließen.
1. Setzen Sie Schwerpunkte
Versicherungen gibt es in einer nicht mehr zu überschauenden Vielfalt und für alle möglichen Gefahren. Setzen Sie Ihre Schwerpunkte: Welche Risiken gibt es? Welche wollen oder müssen Sie über eine Versicherung abdecken? Welche sofort und welche später? Welche brauchen Sie gar nicht?
2. Verschiedene Angebote einholen
Versicherungen sind unterschiedlich in Leistungen, Preisen und Bedingungen. Holen Sie sich daher zu jeder Versicherung verschiedene Angebote ein, dies ist sicher aufwändig, aber es lohnt sich. Die günstigsten Anbieter können auch bei Vergleichen der Stiftung Warentest entnommen werden.
3. Sorgfältig entscheiden
Lassen Sie sich nicht zum Abschluss drängen! Lassen Sie sich genug Zeit, sich von der Qualität des Angebots überzeugen zu lassen.
4. Paketlösungen
Oft führt der Mangel an Zeit zu Paketlösungen. Sie erhalten jedoch häufig Versicherungen, die Sie gar nicht brauchen. Prüfen Sie Pakete sorgfältig.
5. Gesetzlich oder privat?
Grundregel: Immer zuerst mit dem gesetzlichen Versicherungsträger der Rentenversicherung und der Krankenversicherung sprechen und deren Argumente mit aufnehmen, damit Sie in der Zukunft keine Nachteile haben. Oft kann eine schnelle Abkehr der Versicherung später Nachteile haben. Erst danach können Sie sich um Zusatzangebote der privaten Versicherungen oder eine Vollabsicherung kümmern.
6. Konkrete Antragsstellung
Das Formular muss vollständig ausgefüllt sein. Fehlende Angaben müssen vor der Unterschrift ausgefüllt sein. Sie haften als Antragsteller für fehlende Angaben.
7. Antragsdurchschlag fordern
Nehmen Sie gleich nach der Unterschrift den Durchschlag des Formulars mit, er ist Ihr Vertragsbestandteil und Sie können dann die Angaben mit der Police vergleichen.
8. Keine langen Vertragslaufzeiten
Lange Vertragslaufzeiten sind für den Versicherungsnehmer kein Vorteil, außer in der Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Schließen Sie nur Verträge ab, die jährlich kündbar sind.
9. Deckungszusage fordern
Die Erstellung von Policen dauert oft lange. Bestehen Sie deshalb auf einer Deckungszusage ab dem Tag der Antragstellung, dann können Sie sicher sein, dass die Schäden bis zum Eintreffen der Police auch mitversichert sind. Sie zahlen auch ab diesem Tag.
10. Abweichungen vom Antrag prüfen
Abweichungen vom Antrag und der Police muss der Versicherer kenntlich machen und mit roter Farbe markieren. Wenn Sie nicht innerhalb eines Monats nach der Abweichung schriftlich widersprechen, gilt die Änderung.
11. Beitrag pünktlich zahlen
Der erste Beitrag ist fällig, wenn Sie den Versicherungsschein erhalten. Sie müssen ohne Verzug bezahlen, sonst gefährden Sie Ihre Versicherungsleistung. Versicherungen lassen Sie am besten per Bankeinzug abbuchen.
Denken Sie auch an eine Lebensversicherung, wenn Sie Familie haben! Auf alle Fälle: Lassen Sie sich gründlich beraten und wägen Sie verschiedene Angebote gegeneinander ab.